NI (AT)

Treffen sich Schneider, Patton, Zappa und Bach. Alle trinken sehr starken Kakao. Plötzlich legt das Pferd hinter der Bar eine Platte auf: “dedoda”, das dritte Album von NI. Alle feiern die Scheibe ab als gäbe es kein Morgen. Kein Witz. Wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.

Komplexe Kompositionen, Noiseattacken, Lachanfälle. Immer noch drei E-Gitarren und ein Schlagzeug, immer noch lieblich-vertrackt und warmherzig-brutal, immer noch durchgeknallt und genialisch. NI spielen keine Riffs. Sie spielen RiffRaffRapunzelRhythmoRabauki, sie versetzen und stapeln, metarocken, subrocken, rockrocken, schieben dem RiffRaffRatzFatz ein kleines RamboFigaroWischWusch unter, sie legen 4D-Ornamente, lassen sie schweben und brüten unterdessen Poltergeister aus, RitschRatschAlabasterRiffRaffHammurabiRiff, da staunen die Haie und das Flachdach wundert sich.

Noch nie wurde so viel gesungen bei NI. Alle vier Bandmitglieder stimmen ein: Hoho! Jo! Na! Gscheid! Bled! De do da! Uh! Sie bellen feingehackte Silben, zwischen zwei Takten zeugen sie ein Dada und tragen es gregorianisch aus, das kompakte Minimalösterreichisch wird im Kanon zur Lautpoesie.

NI bleiben in Bewegung und sich damit treu, sie bleiben ein Gesamtkunstwerk. Zu jeder neuen Platte gibt es neue passende Bühnenoutfits. Diesmal sind es dunkelpinke Overalls, denen weiße Figurationen entwachsen. Passende Hüte gibts obendrein oben drauf.
“dedoda” ballert freundlich ins Gehirn, zieht die Mundwinkel gen Firmament, öffnet das Herz von Mensch und Kobold gleichermaßen. Wenn die noch besser werden, wechsle ich das Universum.
(„Stephan Roiss“)